Die Domainpreisdatenbank ist keine Schätzung und kein Rechner. Sie dokumentiert Verkäufe, die tatsächlich stattgefunden haben und deren Preis öffentlich geworden ist. Diese Seite erklärt Quellen, Prüfung, Umrechnung — und die Grenzen der Daten.
Die Datenbank führt dokumentierte Domainverkäufe seit 2003 zusammen. Sie stammen aus vier Arten von Quellen:
| Quelle | Was sie liefert |
|---|---|
| Sedo | Verkaufslisten des größten europäischen Domainmarktplatzes — der mit Abstand wichtigste Lieferant für .de-Verkäufe. |
| DNJournal | Das Branchenmedium veröffentlicht seit 2003 wöchentliche Verkaufscharts mit Domain, Preis, Marktplatz und Datum — die international meistzitierte Quelle für Domainpreise. |
| Branchenforen | Verkaufsmeldungen aus Fachforen der Domainer-Szene, etwa Feeds der Marktplätze und Meldungen von Händlern. |
| Belegte Privatverkäufe | Verkäufe außerhalb der Marktplätze, die durch Vertrag, Rechnung oder Auskunft einer Vertragspartei belegt sind — darunter Transaktionen, die der Herausgeber selbst begleitet hat. |
Nicht aufgenommen werden Schätzwerte automatischer Bewertungstools, Angebotspreise (Asking Prices), Gerüchte ohne Quelle und Meldungen, bei denen Domain oder Betrag nicht eindeutig sind. Ebenso wenig aufgenommen werden Geschäfte, bei denen mehr als die Domain den Eigentümer gewechselt hat — Unternehmens- und Websiteverkäufe, Lizenzen und Tauschgeschäfte. Ausführlich mit Beispielen: Domain allein oder Website mitgekauft?
Jede Meldung durchläuft vor der Aufnahme dieselben Prüfungen:
Alle Listen zeigen Preise in Euro. Verkäufe, die in US-Dollar, Pfund oder einer anderen Währung gemeldet wurden, werden zum Monatsdurchschnittskurs der Europäischen Zentralbank für den Verkaufsmonat umgerechnet; der Originalbetrag in der gemeldeten Währung steht jeweils unter dem Euro-Preis. Für US-Dollar und Pfund liegen Monatskurse vor; für seltener gemeldete Währungen wird der Jahresdurchschnittskurs verwendet. Ist nur das Verkaufsjahr bekannt, gilt ebenfalls der Jahresdurchschnitt. Nennt die Quelle neben dem Originalbetrag selbst bereits einen Dollarwert, wird dieser übernommen und nicht neu berechnet. Ein in Euro gemeldeter Preis wird nie aus einer Dollar-Angabe zurückgerechnet — der Originalpreis der Quelle hat immer Vorrang. Die Währung selbst wird nur übernommen, wenn die Quelle sie eindeutig nennt; aus der Endung wird sie nie geraten, denn auch .de-Domains werden in Dollar und .co.uk-Domains in Euro verkauft.
Diese Regel erklärt, warum Preise hier von anderen Ranglisten abweichen können: Wer nur Dollarwerte vergleicht, verzerrt Verkäufe über zwei Jahrzehnte mit stark schwankenden Wechselkursen. Die Euro-Umrechnung macht Beträge in einer Währung lesbar — sie gleicht weder Inflation noch unterschiedliche Marktphasen aus. Ein Preis aus 2007 bleibt ein Preis aus 2007.
Brutto oder netto: Die gemeldeten Preise sind teils Brutto-, teils Nettobeträge. Sedo etwa nennt bei Verkäufen von Deutschland ins Ausland häufig Nettopreise, bei Verkäufen innerhalb Deutschlands Bruttopreise inklusive Umsatzsteuer — welche Variante im Einzelfall vorliegt, lässt sich aus den Meldungen nicht zuverlässig nachhalten. Zwei Preise können sich deshalb allein durch die Umsatzsteuer um bis zu 19 Prozent unterscheiden, ohne dass die Domains unterschiedlich bewertet wurden. Ein Vergleich einzelner Preise ist daher nicht in jedem Fall zu hundert Prozent möglich.
Die Listen nennen das Verkaufsjahr. Maßgeblich ist das Datum aus der Belegzeile der Quelle. Verkäufe, deren Preis erst Jahre später nach Ablauf einer Vertraulichkeitsvereinbarung bekannt wird, werden dem tatsächlichen Verkaufsjahr zugeordnet, nicht dem Jahr der Veröffentlichung. Bei Privatverkäufen, für die nur das Jahr bekannt ist, wird kein Tagesdatum erfunden.
Die Listen nennen nie einen Tag. Angegeben wird höchstens Monat und Jahr, und wo nur das Jahr belegt ist, auch nur das Jahr. Das ist eine bewusste redaktionelle Entscheidung, keine Datenlücke: Tages- und Wochenangaben der Quellen bezeichnen fast immer den Zeitpunkt der Meldung, nicht den des Vertragsschlusses. Wöchentliche Verkaufscharts fassen eine ganze Woche zusammen; Marktplätze melden den Tag der Abwicklung; Pflichtmeldungen nennen einen Bilanzstichtag. Ein Tagesdatum in einer Rangliste würde eine Genauigkeit behaupten, die keine dieser Quellen hergibt — und aus einem Meldedatum ein Verkaufsdatum machen. Die Datenbank speichert die feinere Angabe weiterhin, veröffentlicht wird sie nicht. Die Euro-Umrechnung folgt dem Kurs des belegten Verkaufsmonats, nicht dem Monat der Veröffentlichung. Warum diese Unterscheidung über den Euro-Betrag selbst entscheidet, zeigt der Ratgeber Verkaufsdatum, Meldedatum und Wechselkurs.
Jede Domain ist einem Thema zugeordnet (Finanzen, Immobilien, Reise & Tourismus …), bei Bedarf einem zweiten. Die Zuordnung folgt dem Grundwort: gartenmoebel.de ist E-Commerce, nicht Hobby; ein Teilwort allein entscheidet nicht (wetterradar hat nichts mit Wetten zu tun). Kurze Domains werden zusätzlich nach Muster klassifiziert — zwei oder drei Buchstaben (LL, LLL), Ziffernkombinationen (NN, LN, NL) —, unabhängig vom Thema. Kurze Wörter wie bad.de gelten als Keyword-Domain, echte Kürzel wie it.de als Akronym.
Eine Domain, ein Platz: Wurde dieselbe Domain mehrfach verkauft, führt die Rangliste nur den höchsten dokumentierten Verkauf. Die früheren Verkäufe bleiben in der Datenbank erhalten und sind über den Datenzugang abrufbar, erhalten in den Listen aber keinen zweiten Rang — eine Top 20 zeigt damit stets 20 verschiedene Domains und nicht dieselbe Adresse mit zwei Preisen.
Musterlisten nach dem Domainnamen: Ob eine Domain in eine Musterliste gehört (zwei Buchstaben, Zahlen-Domains, Bindestrich …), entscheidet allein ihr tatsächlicher Name, nicht ihre Themenkategorie. Die Liste der Zahlen-Domains enthält deshalb ausschließlich Namen, die vor der Endung nur aus Ziffern bestehen; führende Nullen (040.de) zählen mit, ausgeschriebene Zahlwörter und gemischte Namen nicht.
Jede Liste zeigt die höchsten dokumentierten Verkäufe eines Ausschnitts — eine Endung, ein Thema, ein Muster — sortiert nach Euro-Preis. Kennzahlen wie Median, Summe und Anteil des wichtigsten Marktplatzes werden aus den gelisteten Einträgen berechnet. Der Datenstand steht unter jeder Tabelle; die Listen werden aus der Datenbank neu erzeugt, wenn sich der Bestand ändert. Änderungen an einzelnen Einträgen — etwa nach einer Meldung — fließen beim nächsten Stand ein.
Die oben aufgeführten Domainverkäufe bilden nur einen kleinen Ausschnitt des Handels mit .de-Domains ab. Die verfügbaren Verkaufsdaten stammen überwiegend von Domainmarktplätzen wie Sedo und anderen Plattformen, die bestimmte Transaktionen melden oder veröffentlichen.
Selbst bei Verkäufen über solche Plattformen wird jedoch nur ein Teil der Transaktionen öffentlich. Viele Käufer und Verkäufer vereinbaren Vertraulichkeit oder ausdrücklich die Nichtveröffentlichung des Kaufpreises. Direkt zwischen Domaininhabern, Unternehmen, Brokern und Käufern abgewickelte Verkäufe werden meist überhaupt nicht erfasst und nur in Ausnahmefällen bekannt.
Wie unvollständig die veröffentlichten Statistiken sind, zeigt sich besonders bei hochwertigen generischen Domains und Top-Keywords. Bei zahlreichen besonders attraktiven .de-Domains ist kein Verkaufspreis dokumentiert, obwohl ein Eigentümerwechsel stattgefunden hat oder vieles dafür spricht, dass die Domain im Laufe ihrer Geschichte gehandelt wurde.
Ein prominentes Beispiel ist kleinanzeigen.de: Der Erwerb der Domain ist bekannt, der Kaufpreis wurde jedoch nie veröffentlicht. Aufgrund der außergewöhnlichen Qualität und wirtschaftlichen Bedeutung der Domain dürfte eine solche Transaktion zu den bedeutenderen .de-Domainverkäufen gehört haben, erscheint aber in keiner öffentlich verfügbaren Verkaufspreis-Rangliste.
Gerade bei hochpreisigen .de-Domaintransaktionen ist deshalb davon auszugehen, dass ein erheblicher Teil der tatsächlich erzielten Spitzenpreise unbekannt bleibt. Die obige Rangliste zeigt somit ausdrücklich nicht die höchsten jemals erzielten .de-Verkaufspreise, sondern lediglich die höchsten öffentlich bekannt gewordenen und mit einem Kaufpreis dokumentierten .de-Domainverkäufe.
Für die Nutzung als Vergleichspreis heißt das: Eine Rangliste zeigt, welche Preise für die besten öffentlich dokumentierten Domains eines Bereichs gezahlt wurden. Sie zeigt nicht, was eine bestimmte andere Domain wert ist, und sie zeigt nicht die Obergrenze des Marktes. Preise für einzelne Domains können nach oben wie nach unten erheblich von den gelisteten Werten abweichen.
Die Datenbank wird nach bestem Wissen und Gewissen geführt. Die zugrunde liegenden Meldungen stammen von Dritten und können Fehler enthalten; trotz Prüfung sind Irrtümer nicht auszuschließen. Für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Angaben wird keine Gewähr und keine Haftung übernommen. Die Listen sind keine Bewertung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und ersetzen keine Begutachtung im Einzelfall. Wer einen Fehler findet oder einen belegbaren Verkauf kennt, der fehlt: Verkauf melden.