Glossar

Begriffe rund um Domainpreise und Domainhandel

Kurz und zitierfähig erklärt: die Begriffe, die in den Ranglisten und in der Methodik vorkommen — vom Sekundärmarkt bis zur Treuhandabwicklung.

Sekundärmarkt (Domain-Aftermarket)

Der Handel mit bereits registrierten Domains zwischen Inhabern und Käufern — im Gegensatz zur Neuregistrierung freier Namen beim Registrar. Fast alle kurzen und generischen Domains sind seit Jahren vergeben; wer sie will, kauft sie auf dem Sekundärmarkt über Marktplätze, Broker oder direkt vom Inhaber. Alle Preise in der Domainpreisdatenbank sind Sekundärmarktpreise.

Vergleichspreise (Comps)

Dokumentierte Verkäufe ähnlicher Domains, die zur Einordnung eines Preises herangezogen werden — vergleichbar mit Vergleichsobjekten in der Immobilienbewertung. Maßgeblich sind Endung, Länge, Begriffsqualität, Branche und Verkaufszeitpunkt. Ein einzelner Rekordverkauf ist kein Vergleichspreis; entscheidend ist die Bandbreite mehrerer ähnlicher Verkäufe.

Dokumentierter Verkaufspreis

Ein Preis, der von einer nachvollziehbaren Quelle mit Domain, Betrag und Zeitpunkt gemeldet wurde — etwa vom Marktplatz, von einem Branchenmedium oder durch einen Beleg des Verkäufers. Nicht dokumentiert sind Preise, die nur geschätzt, gerüchteweise genannt oder unter Vertraulichkeit vereinbart wurden. Die Datenbank führt ausschließlich dokumentierte Preise.

Venue (Marktplatz / Verkaufsweg)

Der Weg, über den ein Verkauf zustande kam: ein Marktplatz wie Sedo, ein Auktionshaus, ein Broker oder ein Privatverkauf. In den Listen steht das Venue in der Spalte „Marktplatz“. Verkäufe ohne bekannten Verkaufsweg, aber mit belegtem Preis, werden als Privatverkauf geführt.

Privatverkauf

Ein Verkauf, der direkt zwischen Inhaber und Käufer oder über einen Broker abgewickelt wurde — ohne öffentliche Plattform. Solche Verkäufe werden nur bekannt, wenn eine Partei den Preis nennt oder ein Beleg vorliegt. Sie sind in Marktplatz-Statistiken nicht enthalten und in der Datenbank nur aufgenommen, wenn sie belegt sind.

NDA-Verkauf / Vertraulicher Verkauf

Ein Verkauf, dessen Preis durch eine Vertraulichkeitsvereinbarung (Non-Disclosure Agreement) geschützt ist. Manche Preise werden Jahre später nach Ablauf der Vereinbarung veröffentlicht; die Datenbank ordnet sie dann dem tatsächlichen Verkaufsjahr zu, nicht dem Jahr der Bekanntgabe. Ein großer Teil der Spitzenverkäufe bleibt dauerhaft vertraulich — deshalb zeigt keine Rangliste die höchsten je gezahlten Preise.

Paketverkauf

Mehrere Domains werden zu einem Gesamtpreis verkauft, etwa Singular und Plural eines Begriffs oder eine Umlaut-Domain mit ihrer ASCII-Schreibweise. Der Preis lässt sich dann nicht einer einzelnen Domain zuordnen. Die Datenbank kennzeichnet solche Verkäufe als Paketverkauf.

LL-Domain / LLL-Domain

Kurzschreibweise für Domains aus zwei (LL) oder drei (LLL) Buchstaben, etwa wm.de oder dsl.de. „L“ steht für Letter, „N“ für Number: NN.de ist eine zweistellige Zahlen-Domain, LN.de eine Kombination aus Buchstabe und Ziffer. Weil es nur 676 LL- und 17.576 LLL-Kombinationen je Endung gibt, sind diese Domains knapp und werden als Kürzel für Firmen und Marken gesucht.

Keyword-Domain (generische Domain)

Eine Domain, die aus einem Gattungsbegriff besteht — kredit.de, ferienhaus.de, shopping.de. Sie beschreibt eine Branche oder ein Produkt, statt eine Marke zu tragen. Keyword-Domains sind für Portale, Shops und Lead-Generierung besonders wertvoll und stellen die meisten Einträge in den Themenlisten.

Akronym-Domain

Eine Kurz-Domain, die als Abkürzung gelesen wird (z. B. ai, it, btc) statt als Wort. Für Akronyme gibt es oft viele mögliche Käufer — jedes Unternehmen mit passenden Initialen — was sie unabhängig von einem Themengebiet gefragt macht.

Geo-Domain

Eine Domain, die einen Ort, eine Region oder ein Land bezeichnet (z. B. berlin-stadtplan.info, immobilien-kreta.de). Geo-Domains werden für Stadtportale, Tourismus und lokale Marktplätze genutzt; ihr Wert hängt stark von Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft des Ortes ab.

Median

Der mittlere Wert einer sortierten Reihe: Die Hälfte der Verkäufe liegt darüber, die Hälfte darunter. Anders als der Durchschnitt wird der Median nicht von einzelnen Rekordverkäufen verzerrt und ist deshalb das bessere Maß, um die Preislage einer Liste zu beschreiben.

Geplatzter Verkauf

Ein gemeldeter Zuschlag — meist aus einer Auktion — der nie bezahlt wurde. Branchenmedien melden Auktionsergebnisse oft sofort; zahlt der Höchstbieter nicht, bleibt die Meldung trotzdem im Netz. Die Datenbank prüft auffällige Fälle gegen Folgeberichte und schließt geplatzte Verkäufe aus.

Drop / Drop-Catching

Wird eine Domain nicht verlängert, fällt sie nach Ablauf der Frist zurück in den freien Pool („Drop“). Spezialisierte Dienste versuchen, solche Domains in der Sekunde der Freigabe neu zu registrieren (Drop-Catching). Drop-Erwerbe sind keine Sekundärmarktverkäufe und erscheinen nicht in der Datenbank — es sei denn, die Domain wird anschließend weiterverkauft.

Escrow (Treuhandabwicklung)

Die Abwicklung eines Domainkaufs über einen neutralen Treuhänder: Der Käufer zahlt an den Treuhänder, der Verkäufer überträgt die Domain, erst dann wird der Kaufpreis ausgezahlt. Marktplätze wie Sedo bieten Escrow standardmäßig an; bei Privatverkäufen sichert ein Treuhänder beide Seiten ab.

Domainbroker

Ein Vermittler, der im Auftrag eines Käufers oder Verkäufers eine Domain beschafft, verhandelt und die Übertragung abwickelt — vergleichbar mit einem Makler. Für Käufer recherchiert er den Inhaber, tritt bei Bedarf anonym auf und führt die Preisverhandlung; für Verkäufer sucht er passende Interessenten und bewertet eingehende Angebote. Viele Privatverkäufe in dieser Datenbank kamen über Broker zustande. Der Herausgeber der Datenbank bietet diesen Service unter Domainbroker.de an — für den Ankauf einer Wunschdomain ebenso wie für den Verkauf einer Premium-Domain.

Domainwertgutachten (Domainpreisgutachten)

Eine schriftliche, begründete Wertermittlung für eine konkrete Domain durch einen Sachverständigen — für Gericht, Finanzamt, Notar, Erbschaft, Unternehmenskauf oder als unabhängige Zweitmeinung vor einer Verhandlung. Anders als eine Rangliste oder ein automatisches Bewertungstool prüft ein Gutachten den Einzelfall: Eigenschaften der Domain, Nachfrage in der Branche, mögliche Käufer und dokumentierte Vergleichsverkäufe. Die Domainpreisdatenbank ist die Vergleichsgrundlage der Gutachten, die der Herausgeber unter domainpreisgutachten.de erstellt; mehr dazu auf der Seite Domaingutachten.

Endung (TLD) / Registry

Die Endung einer Domain (.de, .com, .at …) wird von einer Vergabestelle (Registry) verwaltet — für .de ist das die DENIC eG in Frankfurt. Preise unterscheiden sich je Endung erheblich: .com-Verkäufe liegen international meist über vergleichbaren .de-Verkäufen, während .de im deutschsprachigen Markt die erste Wahl ist.

Fehlt ein Begriff? Schreiben Sie uns. Die Erklärungen dürfen mit Quellenangabe zitiert werden (CC BY 4.0).