Ratgeber · Grundlagen

Domainpreis, Domainwert und Registrierungsgebühr: die Unterschiede

„Was kostet eine Domain?“ hat drei ehrlich verschiedene Antworten: ein paar Euro im Jahr, einen dokumentierten Kaufpreis — oder einen Wert, den erst eine Bewertung ergibt. Wer die drei Begriffe auseinanderhält, liest jede Preisliste richtig.

Drei Begriffe, drei Fragen

BegriffBeantwortet die FrageTypische Größenordnung
RegistrierungsgebührWas kostet es, eine freie Domain zu registrieren und jährlich zu halten?Wenige Euro pro Jahr bei .de, je nach Endung und Anbieter
Domainpreis (Verkaufspreis)Was hat ein Käufer für eine bereits vergebene Domain tatsächlich gezahlt?Von kleinen Beträgen bis zu Millionenbeträgen – je Domain sehr unterschiedlich
DomainwertWas wäre eine bestimmte Domain heute wert, wenn sie verkauft würde?Eine begründete Spanne, kein einzelner Betrag

Die Registrierungsgebühr: Miete, nicht Kaufpreis

Wer eine noch nicht vergebene Domain registriert, zahlt dem Registrar eine jährliche Gebühr. Sie deckt die Verwaltung bei der Vergabestelle (für .de die DENIC) und die Leistung des Anbieters ab. Diese Gebühr sagt nichts über den Wert der Domain aus: kredit.de und eine beliebige Fantasie-Domain kosten in der Verlängerung gleich viel. Die Gebühr fällt auch nach einem Kauf weiter an — wer eine Domain für 50.000 Euro erwirbt, zahlt zusätzlich jedes Jahr die Verlängerung.

Fast alle kurzen, generischen und gut merkbaren Domains sind seit Jahren vergeben. Wer sie will, kann sie nicht registrieren, sondern muss sie dem heutigen Inhaber abkaufen — auf dem Sekundärmarkt. Erst dort entstehen Domainpreise.

Der Domainpreis: ein dokumentierter Verkauf

Ein Domainpreis ist der Betrag, den ein Käufer einem Verkäufer für eine bestehende Domain gezahlt hat — belegt durch Marktplatz, Branchenmedium oder Vertrag. Genau solche Preise sammelt die Domainpreisdatenbank. Ein Domainpreis ist immer eine Tatsache aus der Vergangenheit: Er gilt für diese Domain, zu diesem Zeitpunkt, zwischen diesen Parteien. Ein Unternehmen, das genau diese Domain für seine Marke brauchte, zahlt anders als ein Investor, der auf Weiterverkauf spekuliert.

Deshalb ist ein einzelner Preis noch kein Maßstab. Erst mehrere Verkäufe ähnlicher Domains — Vergleichspreise — ergeben ein Bild davon, in welcher Bandbreite ein Markt zahlt. Und selbst dann zeigt eine Rangliste nur, was öffentlich geworden ist; ein erheblicher Teil der Verkäufe bleibt vertraulich (Hinweis zur Aussagekraft).

Der Domainwert: eine begründete Einschätzung

Der Wert einer Domain ist keine gemessene Zahl, sondern eine Einschätzung dessen, was sie unter heutigen Marktbedingungen voraussichtlich erzielen würde. Sie stützt sich auf Vergleichspreise, aber auch auf Eigenschaften der Domain (Endung, Länge, Begriffsqualität, Markenfähigkeit, Tippfehlerrisiko), auf die Nachfrage in der Branche und auf die Frage, wie viele realistische Käufer es gibt. Automatische Bewertungstools rechnen dafür mit Suchvolumen und Zeichenzahl; eine sachverständige Bewertung — etwa ein Domainwertgutachten — prüft den Einzelfall und begründet das Ergebnis.

Ein Domainwert ist deshalb fast immer eine Spanne. Wer auf eine Anfrage hin einen einzelnen, exakten Betrag genannt bekommt, sollte nach der Begründung fragen.

Warum die Verwechslung teuer werden kann

Kurz gesagt

Die Registrierungsgebühr ist der laufende Betrieb. Der Domainpreis ist ein dokumentierter Verkauf in der Vergangenheit. Der Domainwert ist eine begründete Erwartung für die Zukunft. Diese Datenbank liefert das Mittlere — reale Verkaufspreise als Grundlage —, damit Werte nicht geraten werden müssen. Wie Sie aus den Listen die passenden Vergleichsverkäufe herausfiltern, zeigt der Leitfaden So finden Sie passende Vergleichsverkäufe.